



Obwohl schon seit über 10 Jahren geschlossen und inzwischen von einer Fahrschule genutzt, ist an dem Laden noch der alte Geschäftsname zu lesen. Die Rosen-Apotheke war ein Traditionsgeschäft mit exakt 115 jähriger Familien-Geschichte am selben Standort. Gegründet wurde sie von Anton Schnütgen, der im April 1899 die Konzession zur Errichtung erhielt, wobei es sich um die 3. Apotheke in der Gemeinde handelte.
Schnütgen stammte zwar aus Westfalen, hatte aber schon von 1887-92 in Hofheim/Taunus eine Apotheke besessen. 1919 zog er sich im 65. Lebensjahr aus dem Geschäft zurück und übertrug die Apotheke seinem Sohn Hermann, der im 1. Weltkrieg als Oberapotheker (entspricht dem Rang Hauptmann) gedient hatte. Der Junior konnte die Apotheke aus rechtlichen Gründen allerdings nur als Verwalter übernehmen, die Konzession untersagte nämlich ausdrücklich die Bestimmung des Geschäftsnachfolgers durch den Inhaber. Mit den Konzessionen reglementierte der Staat die Anzahl und den Sitz der Apotheken und unterband mit der Nachfolger-Bestimmung den (teuren) Handel mit den raren Konzessionen. Sie fielen an den Staat zurück, der sie neu vergeben konnte.
Schnütgen Senior war seit 1917 ehrenamtlich pharmazeutischer Bevollmächtigter der Bezirksregierung. 1924 feierte er das 50. Berufsjubiläum, was damals ein gesellschaftliches Ereignis war, zu dem zahlreiche namhafte Honoratioren aus nah und fern erschienen. Als Anton Schnütgen 1936 verstarb, erlosch die Konzession und sein Sohn erhielt erst mehrere Monate später formell die neue Betriebserlaubnis. Im September 1944 wurde die Bevölkerung zwangsevakuiert, da Eschweiler nach dem Vormarsch der Alliierten im Frontgebiet lag, im November brannte das Geschäftshaus durch die Kriegsereignisse völlig aus. Ende 1945 konnte im gegenüberliegenden Haus eine Notapotheke errichtet werden, bis sie 1951 ins wiederaufgebaute Gebäude zurückkehrte.
Hermann Schnütgen gehörte ab den 20er Jahren mehrere Wahlperioden lang als Vertreter für Eschweiler der Apothekerkammer an. Später war er Pharmazierat bei der Bezirksregierung und erhielt 1959 das Bundesverdienstkreuz. Die Apotheke wurde noch 2 Generationen in der Familie weitergegeben und fast auf den Tag genau 115 Jahre nach der Errichtung im April 2014 aufgelöst.
Fotografiert im Oktober 2025.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Aachener Anzeiger, Echo der Gegenwart, Bote für Stadt und Land, Vesters Archiv für Apothekengeschichte (Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Die preußischen Apothekenbetriebsrechte (Adolf Hamburger, ISBN 978-3-642-51297-1, Springer, 1928, Neudruck).
Verkaufsautomaten erleben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Ganz neu ist diese Entwicklung aber nicht, nach einer zwischenzeitlichen Flaute belebt sich damit ein schon viel früher genutzter Verkaufsweg. Wer erinnert sich nicht die heute meist verschwundenen Groschengräber wie den Kaugummiautomaten oder an den Eierautomaten beim Bauern.

















Es gibt doch immer noch Überraschungen, wenn man durch Düsseldorf läuft, wie diese alte Neonreklame aus den 1950er Jahren. Etwas versteckt liegend, zierte sie wohl mal eine Kneipe. Die drei Biermarken wurden einst von der Hirschbrauerei produziert, die bis etwa Ende der 1960er Jahre eine der großen Düsseldorfer Brauereien war. Aber auch von ihr ist nichts geblieben und selbst ältere Düsseldorfer können sich kaum noch an sie und ihre Marken erinnern. Das 1897 gegründete Unternehmen wechselte ab den 70er Jahren mehrfach den Besitzer und stelle den eigenen Braubetrieb ein, bestand aber noch bis zur Verschmelzung auf die Muttergesellschaft im Jahr 2005.