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Jahr: 2026

Alpad / Albert Padberg in Wuppertal

Posted on 27. Juli 202627. Juli 2026 By Marc Keine Kommentare zu Alpad / Albert Padberg in Wuppertal
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Wer weiß heute noch, was ein Farbband ist, bzw. wann hat man zuletzt an einer Schreibmaschine gesessen? Die Produkte des ehemaligen Unternehmens wirken heute völlig aus der Zeit gefallen.

Alpad ist ein Akronym von Albert Padberg, der 1907 in Elberfeld (heute Wuppertal) im Alter von 34 Jahren unter seinem Namen ein Unternehmen für Farbbänder gründete. Die Produkte kamen unter dem Namen Alpad auf den Markt.
Farbbänder waren mit Farbe getränkte Textilbänder, die in eine Schreibmaschine eingesetzt wurden und beim Anschlag durch die Schreibmaschinentype den jeweiligen Abdruck aufs Papier brachten. Diese Technik war noch bis etwa Anfang der 2000er Jahre weitverbreitet und ist heute durch Computer und Drucker verdrängt worden.

Albert Padberg war bei der Gründung seines Unternehmens nicht gänzlich unerfahren auf dem Gebiet, hatte er doch schon im Jahr 1900 ein Patent angemeldet, für die Herstellung von Band aus beliebig dünnem Faserstoff. Zu dem Zeitpunkt betrieb er auf der Ronsdorfer Str. 71 eine sogenannte Agentur und Kommission. 1908 wurde Alpad als Marke eingetragen, das Unternehmen stellte neben Farbbändern auch Kohlepapier und Glühstrümpfe her. Glühstümpfe waren ein Spezial-Gewebe und kamen in Gaslampen zum Einsatz. Daneben vertrieb er in den ersten Jahren auch Schreibmaschinen und Glashütten-Produkte.

Das Unternehmen befand sich zunächst in Elberfeld auf der damaligen Berliner Str. (heute Hofkamp) und zog 1929 nach Elberfeld-West. Das auch auf dem Foto zu sehende Geschäftshaus hatte Albert Padberg 1929 erbauen lassen, gerade noch vor der beginnenden Weltwirtschaftskrise. Privat bewohnte er mit seiner Familie seit 1919 eine Villa auf der Von-der-Goltz-Straße. Der 3-köpfige Haushalt verfügte über 2 Angestellte.

1932 erhielt eine Mitarbeiterin der ersten Stunde, Fräulein (!) Auguste Schickerling ein Ehrendiplom der Industrie- und Handelskammer Wuppertal für 25 jährige Tätigkeit im Unternehmen. Nach dem Krieg firmierte das Unternehmen als Spezial-Farbbandfabrik. Anfang der 50er Jahre zog sich Albert Padberg mit fast 80 Jahren aus dem Unternehmen zurück, es blieb bis zum Schluss in der Familie und ging im Jahr 2000, kurz vor dem 100. Bestehen, in die Insolvenz. 1999 war an derselben Adresse die Alpad Vertriebs GmbH gegründet worden, die Farbbänder, Toner usw. vertrieb. Ob es hier eine personelle Überschneidung bzw. rechtliche Nachfolge mit der Albert Padberg GmbH gab, ist aber noch unklar. Das neue Unternehmen wurde 2018 geschlossen, Produkte mit dem Namen Alpad werden seitdem von der Wuppertaler Firma Compatech vertrieben. Auch wenn es das ursprüngliche Unternehmen nicht mehr gibt, besteht der Markenname bald seit 110 Jahren, woran die Neonreklame aus den 50er/60er Jahren noch immer erinnert.

Fotografiert im August 2024.
Quellen: Bonner Volkszeitung, Morgen-Zeitung, Reichsanzeiger, Handelsregister, Adressbuch Elberfeld, Landesarchiv NRW (NW 1022-P, Nr. 30324), Webseite der Firma Compatech.
Weiterführende Links: Alpad-Produkte beim Farbbandwiki

Laden- / Firmenschild, Neonreklame

Rosen-Apotheke in Eschweiler

Posted on 23. Februar 2026 By Marc Keine Kommentare zu Rosen-Apotheke in Eschweiler
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Unter der Neon-Reklame steht: 1899 Rosen-Apotheke 1950
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Symbol für den Gründer Anton Schnütgen …
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… und den Wiedererbauer Hermann Schnütgen
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Obwohl schon seit über 10 Jahren geschlossen und inzwischen von einer Fahrschule genutzt, ist an dem Laden noch der alte Geschäftsname zu lesen. Die Rosen-Apotheke war ein Traditionsgeschäft mit exakt 115 jähriger Familien-Geschichte am selben Standort. Gegründet wurde sie von Anton Schnütgen, der im April 1899 die Konzession zur Errichtung erhielt, wobei es sich um die 3. Apotheke in der Gemeinde handelte.
Schnütgen stammte zwar aus Westfalen, hatte aber schon von 1887-92 in Hofheim/Taunus eine Apotheke besessen. 1919 zog er sich im 65. Lebensjahr aus dem Geschäft zurück und übertrug die Apotheke seinem Sohn Hermann, der im 1. Weltkrieg als Oberapotheker (entspricht dem Rang Hauptmann) gedient hatte. Der Junior konnte die Apotheke aus rechtlichen Gründen allerdings nur als Verwalter übernehmen, die Konzession untersagte nämlich ausdrücklich die Bestimmung des Geschäftsnachfolgers durch den Inhaber. Mit den Konzessionen reglementierte der Staat die Anzahl und den Sitz der Apotheken und unterband mit der Nachfolger-Bestimmung den (teuren) Handel mit den raren Konzessionen. Sie fielen an den Staat zurück, der sie neu vergeben konnte.
Schnütgen Senior war seit 1917 ehrenamtlich pharmazeutischer Bevollmächtigter der Bezirksregierung. 1924 feierte er das 50. Berufsjubiläum, was damals ein gesellschaftliches Ereignis war, zu dem zahlreiche namhafte Honoratioren aus nah und fern erschienen. Als Anton Schnütgen 1936 verstarb, erlosch die Konzession und sein Sohn erhielt erst mehrere Monate später formell die neue Betriebserlaubnis. Im September 1944 wurde die Bevölkerung zwangsevakuiert, da Eschweiler nach dem Vormarsch der Alliierten im Frontgebiet lag, im November brannte das Geschäftshaus durch die Kriegsereignisse völlig aus. Ende 1945 konnte im gegenüberliegenden Haus eine Notapotheke errichtet werden, bis sie 1951 ins wiederaufgebaute Gebäude zurückkehrte.
Hermann Schnütgen gehörte ab den 20er Jahren mehrere Wahlperioden lang als Vertreter für Eschweiler der Apothekerkammer an. Später war er Pharmazierat bei der Bezirksregierung und erhielt 1959 das Bundesverdienstkreuz. Die Apotheke wurde noch 2 Generationen in der Familie weitergegeben und fast auf den Tag genau 115 Jahre nach der Errichtung im April 2014 aufgelöst.

Fotografiert im Oktober 2025.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Aachener Anzeiger, Echo der Gegenwart, Bote für Stadt und Land, Vesters Archiv für Apothekengeschichte (Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Die preußischen Apothekenbetriebsrechte (Adolf Hamburger, ISBN 978-3-642-51297-1, Springer, 1928, Neudruck)
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Laden- / Firmenschild, Neonreklame

Strumpf-Automat in Altenahr

Posted on 9. Januar 202627. Juli 2026 By Marc Keine Kommentare zu Strumpf-Automat in Altenahr

Verkaufsautomaten erleben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Ganz neu ist diese Entwicklung aber nicht, nach einer zwischenzeitlichen Flaute belebt sich damit ein schon viel früher genutzter Verkaufsweg. Wer erinnert sich nicht die heute meist verschwundenen Groschengräber wie den Kaugummiautomaten oder an den Eierautomaten beim Bauern.

Das hier gezeigte Exemplar dürfte aus den 1950er oder 60er Jahren stammen, als es auch in kleineren Orten noch eine Nahversorgung mit Bäcker, Kaufmannsladen, Metzger usw. gab. Die Öffnungszeiten waren deutlich knapper als heute üblich und manche Waren fehlten einem immer dann, wenn das Geschäft gerade geschlossen hatte.
Die Zielgruppe des Automaten war in der Damenwelt zu suchen. Strümpfe meint hierbei nicht die heutigen Socken sondern Strumpfhosen bzw. beinlange Strümpfe. Laufmaschen waren ein absolutes no go, wenn man am Wochenende Tanzen ging und der Automat hat sicher aus mancher Notlage gerettet. Strumpfhosen waren damals kein günstiges Vergnügen und am Automaten waren 3 DM fällig, einschl. Inflation wären das heute etwa 8,20 €. In den 50er Jahren befand sich in dem angrenzenden Haus der Lebensmittelladen von Josef Zimmermann, der Geschäftsraum ist aber längst einer Wohnung gewichen.

Vielen Dank an Bianca G. für das schöne Foto! Fotografiert im August 2024.
Quellen: Adressbuch Kreis Ahrweiler, Kaufkraftäquivalente der Deutschen Bundesbank
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Automaten

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