Strumpf-Automat in Altenahr

altenahr Verkaufsautomaten erleben in den letzten Jahren einen regelrechten Boom. Ganz neu ist diese Entwicklung aber nicht, nach einer zwischenzeitlichen Flaute belebt sich damit ein schon viel früher genutzter Verkaufsweg. Wer erinnert sich nicht an die heute meist verschwundenen „Groschengräber“ wie den Kaugummiautomaten oder an den Eierautomaten beim Bauern.

Das hier gezeigte Exemplar dürfte aus den 1950er- oder 60er-Jahren stammen, als es auch in kleineren Orten noch eine Nahversorgung mit Bäcker, Kaufmannsladen, Metzger usw. gab. Die Öffnungszeiten waren deutlich knapper als heute üblich und manche Waren fehlten einem immer dann, wenn das Geschäft gerade geschlossen hatte. Die Zielgruppe des Automaten war in der Damenwelt zu suchen. Strümpfe meint hierbei nicht die heutigen Socken, sondern Strumpfhosen bzw. beinlange Strümpfe. Laufmaschen konnte man sich nicht erlauben, wenn man am Wochenende Tanzen ging. Der Automat hat bestimmt viele aus der Notlage gerettet. Strumpfhosen waren damals kein günstiges Vergnügen und am Automaten waren 3 DM fällig, einschließlich Inflation wären das heute etwa 8,20 €. In den 50er-Jahren befand sich in dem angrenzenden Haus der Lebensmittelladen von Josef Zimmermann, der Geschäftsraum ist aber längst einer Wohnung gewichen.

Vielen Dank an Bianca G. für das schöne Foto! Fotografiert im August 2024.
Quellen: Adressbuch Kreis Ahrweiler, Kaufkraftäquivalente der Deutschen Bundesbank
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Midinette-Hüte / Hutfabrik Eiserfey in Köln

Am 7. Januar 1914 gründete Martin Eiserfey in Köln die Damen-Stroh- und Filzhut-Fabrik M. Eiserfey, die anscheinend schnell Erfolg hatte, so suchte man doch regelmäßig in Zeitungsannoncen Arbeiterinnen. Das Unternehmen überstand den Ersten Weltkrieg und die Wirtschaftskrisen in den 20er-Jahren, im August 1938 stieg (der Sohn?) Hubert Eiserfey als Gesellschafter ein. Etwa zu diesem Zeitpunkt verkürzte die Firma den etwas sperrigen Namen zu „Damenhutfabrik M. Eiserfey“. Die Fabrik konnte trotz Bombenschäden durch die schwierigen Zeiten des Zweiten Weltkrieges manövriert werden, 1951 verstarb der Gründer. Der Markenname „Midinette“ wurde anscheinend erst ab 1952 verwendet, aus dieser Zeit dürfte auch die gut erhaltene Neonreklame stammen.

Das heute unbekannte Wort lässt sich ab etwa 1900 finden und war in Paris ein Spitzname für Arbeiterinnen, die zur Mittagszeit (französisch midi) ihre Arbeitsplätze verließen, um etwas zu essen (dinette). Diese sogenannten Midinetten organisierten sich genossenschaftlich, führten Arbeitskämpfe, veranstalteten Radrennen usw., worüber deutsche Zeitungen interessiert berichteten. Später bürgerte sich der Name für weibliches Personal in der Bekleidungs- bzw. Modebranche ein.

1966 hatte das Unternehmen etwa 100 Arbeitskräfte, die täglich ca. 1.000 Hüte in Handarbeit produzierten. Die Absatzgebiete lagen überwiegend in West-Deutschland und Skandinavien. Die Hutfabrik bestand noch bis Ende der 1970er-Jahre. Zu Beginn der 70er-Jahre produzierte die Familie unter dem Namen Midinette auch Damenoberbekleidung, was aber ebenfalls am Ende des Jahrzehnts wieder aufgegeben wurde.

Fotografiert im Januar 2023.
Quellen: Kölnische Zeitung, Reichsanzeiger, Tages-Anzeiger, Rheinische Volkswacht, Handelsregister, Deutsches Marken- und Patentamt, Kölnische Rundschau.

Schuhhaus Hans Küpper in Düsseldorf

Die Neonreklame von „Küpper Schuhe“ leuchtet schon lange nicht mehr und erinnert an das ehemalige Schuhgeschäft Küpper in Düsseldorf-Rath. Es befand sich unmittelbar am dortigen (S-)Bahnhof und hatte wohl nichts mit gleichnamigen Läden in Düsseldorf zu tun, wie z. B. dem orthopädischen Schuhgeschäft Küpper (1899-2015) in der Stadtmitte.

Der Ursprung dürfte bei Robert Küpper liegen, der sich erstmals im Jahr 1901 als Schuhmachermeister finden lässt, vermutlich aber schon davor in der Branche tätig war. Nach mehreren Umzügen ließ er sich Anfang der 1920er-Jahre in der Westfalenstraße 97 nieder, einer klassischen Einkaufsstraße. Dort blieb das Geschäft bis zur Schließung im Jahr 1973 gut 50 Jahre lang, seit Anfang der 30er-Jahre unter Leitung von Hans Küpper. Später zog eine Schuhkette in die Räumlichkeiten ein.

Die Leuchtreklame, die sich ein gutes Stück vom ehemaligen Standort entfernt befindet, stammt vermutlich aus den 60er-Jahren.

Vielen Dank an Bianca G. für das schöne Foto! Fotografiert im März 2024.
Quellen: Adressbuch Düsseldorf, Handelsregister.