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Historische Fassadenwerbung & Ladenschilder

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Kategorie: Laden- / Firmenschild

Alpad / Albert Padberg in Wuppertal

Posted on 27. Juli 202627. Juli 2026 By Marc Keine Kommentare zu Alpad / Albert Padberg in Wuppertal
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Wer weiß heute noch, was ein Farbband ist, bzw. wann hat man zuletzt an einer Schreibmaschine gesessen? Die Produkte des ehemaligen Unternehmens wirken heute völlig aus der Zeit gefallen.

Alpad ist ein Akronym von Albert Padberg, der 1907 in Elberfeld (heute Wuppertal) im Alter von 34 Jahren unter seinem Namen ein Unternehmen für Farbbänder gründete. Die Produkte kamen unter dem Namen Alpad auf den Markt.
Farbbänder waren mit Farbe getränkte Textilbänder, die in eine Schreibmaschine eingesetzt wurden und beim Anschlag durch die Schreibmaschinentype den jeweiligen Abdruck aufs Papier brachten. Diese Technik war noch bis etwa Anfang der 2000er Jahre weitverbreitet und ist heute durch Computer und Drucker verdrängt worden.

Albert Padberg war bei der Gründung seines Unternehmens nicht gänzlich unerfahren auf dem Gebiet, hatte er doch schon im Jahr 1900 ein Patent angemeldet, für die Herstellung von Band aus beliebig dünnem Faserstoff. Zu dem Zeitpunkt betrieb er auf der Ronsdorfer Str. 71 eine sogenannte Agentur und Kommission. 1908 wurde Alpad als Marke eingetragen, das Unternehmen stellte neben Farbbändern auch Kohlepapier und Glühstrümpfe her. Glühstümpfe waren ein Spezial-Gewebe und kamen in Gaslampen zum Einsatz. Daneben vertrieb er in den ersten Jahren auch Schreibmaschinen und Glashütten-Produkte.

Das Unternehmen befand sich zunächst in Elberfeld auf der damaligen Berliner Str. (heute Hofkamp) und zog 1929 nach Elberfeld-West. Das auch auf dem Foto zu sehende Geschäftshaus hatte Albert Padberg 1929 erbauen lassen, gerade noch vor der beginnenden Weltwirtschaftskrise. Privat bewohnte er mit seiner Familie seit 1919 eine Villa auf der Von-der-Goltz-Straße. Der 3-köpfige Haushalt verfügte über 2 Angestellte.

1932 erhielt eine Mitarbeiterin der ersten Stunde, Fräulein (!) Auguste Schickerling ein Ehrendiplom der Industrie- und Handelskammer Wuppertal für 25 jährige Tätigkeit im Unternehmen. Nach dem Krieg firmierte das Unternehmen als Spezial-Farbbandfabrik. Anfang der 50er Jahre zog sich Albert Padberg mit fast 80 Jahren aus dem Unternehmen zurück, es blieb bis zum Schluss in der Familie und ging im Jahr 2000, kurz vor dem 100. Bestehen, in die Insolvenz. 1999 war an derselben Adresse die Alpad Vertriebs GmbH gegründet worden, die Farbbänder, Toner usw. vertrieb. Ob es hier eine personelle Überschneidung bzw. rechtliche Nachfolge mit der Albert Padberg GmbH gab, ist aber noch unklar. Das neue Unternehmen wurde 2018 geschlossen, Produkte mit dem Namen Alpad werden seitdem von der Wuppertaler Firma Compatech vertrieben. Auch wenn es das ursprüngliche Unternehmen nicht mehr gibt, besteht der Markenname bald seit 110 Jahren, woran die Neonreklame aus den 50er/60er Jahren noch immer erinnert.

Fotografiert im August 2024.
Quellen: Bonner Volkszeitung, Morgen-Zeitung, Reichsanzeiger, Handelsregister, Adressbuch Elberfeld, Landesarchiv NRW (NW 1022-P, Nr. 30324), Webseite der Firma Compatech.
Weiterführende Links: Alpad-Produkte beim Farbbandwiki

Laden- / Firmenschild, Neonreklame

Rosen-Apotheke in Eschweiler

Posted on 23. Februar 2026 By Marc Keine Kommentare zu Rosen-Apotheke in Eschweiler
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Unter der Neon-Reklame steht: 1899 Rosen-Apotheke 1950
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Symbol für den Gründer Anton Schnütgen …
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… und den Wiedererbauer Hermann Schnütgen
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Obwohl schon seit über 10 Jahren geschlossen und inzwischen von einer Fahrschule genutzt, ist an dem Laden noch der alte Geschäftsname zu lesen. Die Rosen-Apotheke war ein Traditionsgeschäft mit exakt 115 jähriger Familien-Geschichte am selben Standort. Gegründet wurde sie von Anton Schnütgen, der im April 1899 die Konzession zur Errichtung erhielt, wobei es sich um die 3. Apotheke in der Gemeinde handelte.
Schnütgen stammte zwar aus Westfalen, hatte aber schon von 1887-92 in Hofheim/Taunus eine Apotheke besessen. 1919 zog er sich im 65. Lebensjahr aus dem Geschäft zurück und übertrug die Apotheke seinem Sohn Hermann, der im 1. Weltkrieg als Oberapotheker (entspricht dem Rang Hauptmann) gedient hatte. Der Junior konnte die Apotheke aus rechtlichen Gründen allerdings nur als Verwalter übernehmen, die Konzession untersagte nämlich ausdrücklich die Bestimmung des Geschäftsnachfolgers durch den Inhaber. Mit den Konzessionen reglementierte der Staat die Anzahl und den Sitz der Apotheken und unterband mit der Nachfolger-Bestimmung den (teuren) Handel mit den raren Konzessionen. Sie fielen an den Staat zurück, der sie neu vergeben konnte.
Schnütgen Senior war seit 1917 ehrenamtlich pharmazeutischer Bevollmächtigter der Bezirksregierung. 1924 feierte er das 50. Berufsjubiläum, was damals ein gesellschaftliches Ereignis war, zu dem zahlreiche namhafte Honoratioren aus nah und fern erschienen. Als Anton Schnütgen 1936 verstarb, erlosch die Konzession und sein Sohn erhielt erst mehrere Monate später formell die neue Betriebserlaubnis. Im September 1944 wurde die Bevölkerung zwangsevakuiert, da Eschweiler nach dem Vormarsch der Alliierten im Frontgebiet lag, im November brannte das Geschäftshaus durch die Kriegsereignisse völlig aus. Ende 1945 konnte im gegenüberliegenden Haus eine Notapotheke errichtet werden, bis sie 1951 ins wiederaufgebaute Gebäude zurückkehrte.
Hermann Schnütgen gehörte ab den 20er Jahren mehrere Wahlperioden lang als Vertreter für Eschweiler der Apothekerkammer an. Später war er Pharmazierat bei der Bezirksregierung und erhielt 1959 das Bundesverdienstkreuz. Die Apotheke wurde noch 2 Generationen in der Familie weitergegeben und fast auf den Tag genau 115 Jahre nach der Errichtung im April 2014 aufgelöst.

Fotografiert im Oktober 2025.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Aachener Anzeiger, Echo der Gegenwart, Bote für Stadt und Land, Vesters Archiv für Apothekengeschichte (Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf), Die preußischen Apothekenbetriebsrechte (Adolf Hamburger, ISBN 978-3-642-51297-1, Springer, 1928, Neudruck)
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Laden- / Firmenschild, Neonreklame

Zigarren Angst in Freiburg/Breisgau

Posted on 29. Dezember 2025 By Marc Keine Kommentare zu Zigarren Angst in Freiburg/Breisgau

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Ein doch ziemlich doppeldeutiger Name, wenn man ihn aus dem heutigen Blickwinkel betrachtet 😉
Die sehr gut erhaltene Neon-Reklame dürfte noch aus den Anfangsjahren des ehemaligen Geschäfts stammen. Eduard Angst gründete das Geschäft 1959/60 am Stadtrand von Freiburg. Zigarren waren damals im wahrsten Sinne des Wortes noch in aller Munde und mitunter ein Statussymbol. Angst verkaufte Tabak- und Schreibwaren und nur wenige Häuser weiter gab es sogar noch einen weiteren Zigarrenverkauf. Baden war bekannt für den Tabakanbau und in den Ortschaften um Freiburg war das lange Zeit ein wichtiger Wirtschaftszweig bzw. Nebenerwerb in der Landwirtschaft.
Anfang der 80er Jahre gab Eduard Angst das Geschäft weiter, das bis vor wenigen Jahren unter dem Namen Kunterbunt neben dem bisherigen Sortiment auch Geschenke und Spielzeug anbot.

Fotografiert im Dezember 2025.
Quellen: Adressbuch Freiburg, Google Maps

Laden- / Firmenschild, Neonreklame

Casseler Brotbäckerei Julius Range in Wuppertal

Posted on 20. Juli 2025 By Marc Keine Kommentare zu Casseler Brotbäckerei Julius Range in Wuppertal

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Eine Bäckerei aus Kassel (bis 1926 Cassel geschrieben) im gut 200 km entfernten Wuppertal klingt erstmal überraschend. Vermutlich ging es aber um das Backen von Brot Kasseler Art, das seinen Weg vom Ursprungsort in Kassel mit der Zeit auch ins Rheinland fand. Vielleicht kam Julius Range aber aus Kassel, wo es damals Einwohner des Namens gab, während der Name in Wuppertal vorher nicht bekannt war.
Die Bäckerei wurde kurz vor 1899 gegründet, zunächst auf der Beckmannshoffstr. 4 in Barmen, damals noch als Casseler Brod-Bäckerei. Spätestens 1903 zog das Geschäft zur Westkotter Str. 112, das Gebäude erwarb Julius Range auch und änderte Brod zu Brot. Etwa 1912 verschwanden der Inhaber und sein Geschäft, auch das Haus wechselte den Besitzer. Etwa 1916 kamen beide zurück nach Barmen und quartierten sich in der nähe des alten Standorts ein, dort verblieb der Laden bis zur Schließung. Mitte der 20er Jahre erwarb Range das Haus. Er muss ein erfolgreicher und angesehener Geschäftsmann gewesen sein, 1932 wurde er in den Aufsichtsrat der Barmer Kreditbank berufen. Um 1938 verstarb Julius Range, worauf seine Witwe das Geschäfts weiterführte.
Seine Söhne hatten auch das Bäckerhandwerk erlernt, von denen Erich ins Geschäft eintrat und es Anfang der 40er Jahre übernahm, während Sohn Walter sich mit einer eigenen Bäckerei (später Range & Fahlbusch) auf der Großen Flurstr. selbständig machte. Ein weiteres Familienmitglied, Emmy Range, betrieb auf der Wilkhausstraße ebenfalls eine Bäckerei. Erich wurde später zur Wehrmacht eingezogen und fiel im Oktober 1944 bei einem Fliegerangriff auf Münster. Seine Frau Elfriede führte das nun als Spezialbäckerei für Waldecker und Eifeler Brot arbeitende Geschäft fort. Kurz vor Kriegsende, im März 1945, wurde ein Auto der Bäckerei gestohlen.
Nach etwa 70 Jahren des Bestehens gab man die Bäckerei Ende der 60er Jahre auf, stattdessen zog die Schreibwarenhandlung Hockebrink ein. Ab Mitte der 70er Jahre scheint der Laden nicht mehr vermietet gewesen zu sein und auch Emmy führte ihr Geschäft nicht mehr. Range & Fahlbusch gab es da zwar noch, ist heute aber auch nicht mehr aktiv.

Fotografiert im Dezember 2022.
Quellen: Adressbuch Barmen, Adressbuch Wuppertal, Neueste Nachrichten, Solinger Tagblatt, BArch, B 563-2 KARTEI/G-A 733/1136

Laden- / Firmenschild

Möbel Krückels in Neuss

Posted on 27. April 2025 By Marc Keine Kommentare zu Möbel Krückels in Neuss
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In der Innenstadt von Neuss hat sich eine hübsche Neonreklame aus den 1960er Jahren erhalten. Sie stammt aus einer Zeit, in der es noch keine riesigen Möbelhäuser bzw. große Ketten am Stadtrand auf der grünen Wiese gab, sondern wo man zum lokalen Möbelhändler in die Stadt ging.

Gründer des Möbelhauses war Franz Krückels, der in Neuss ab Mai 1929 erste Zeitungsannoncen schaltete, um ein echt eichenes Schlafzimmer und eine Küche zu verkaufen. Das Geschäft scheint in sehr kleinem Umfang in einer Erdgeschosswohnung auf der Königstraße begonnen zu haben, bei der man für den Einlass 2 mal schellen musste. Damals war er erst 21 Jahre alt, die gleichen Anzeigen erschienen unter dem Namen Krückels aber schon seit 1927 bis weit in 1929 mit Verkauf auf der Volksgartenstr. in Mönchengladbach. Im Dezember 1929 zog das Geschäft von Franz Krückels zum Hermannsplatz, wobei das Angebot zunehmend wuchs und weiterhin intensiv inseriert wurde. Nach dem Krieg zog das Geschäft auf die Erftstraße und war in den folgenden Jahren sehr erfolgreich, sodass es um weitere Laden- und Lagerflächen erweitert wurde. 1983 übernahmen die Kinder das Möbelhaus, bis es 1989 geschlossen wurde.

Über dem Schriftzug des Möbelhauses befindet sich eine große Reklame für den Deutschen Möbel-Großeinkauf. Die 1960 gegründete Gesellschaft dürfte den Zweck gehabt haben, ihren Partnerhändlern im Sinne einer Einkaufsgenossenschaft günstige Preise zu sichern. Die Zusammenarbeit mit der DMG scheint damals ein Verkaufsargument gewesen zu sein, heute ist sie weitgehend aus der Öffentlichkeit verschwunden.

Vielen Dank an Bianca G. für das schöne Foto! Fotografiert im August 2024.
Quellen: Neusser Zeitung, Rheinisches Volksblatt, Reichsanzeiger, Handelsregister, Firmengeschichte, Landesarchiv NRW NW 1037-A/REG Nr. 14128.

Laden- / Firmenschild

Heinrich Herzogenrath in Hückelhoven

Posted on 20. April 2025 By Marc Keine Kommentare zu Heinrich Herzogenrath in Hückelhoven
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Hier hat eine schöne Firmeninschrift über einem längst geschlossenen Geschäft die Zeiten überdauert.
Heinrich Herzogenrath war ein inhabergeführtes Haushaltswarengeschäft, das in Schaufenberg von Fahrrädern über Haus- und Küchengeräten, Nähmaschinen, Waschmaschinen, Radios, Kinderwagen, Öfen usw. eine sehr breite Palette anbot. Darüber hinaus gab es eine Reparaturwerkstatt und Ersatzteile für Zündapp-Motorräder. Die Ursprünge des Geschäfts ließen sich noch nicht völlig ergründen, die Häuser in der Straße wurden aber erst um das Jahr 1921 erbaut. Kurz zuvor hatte in direkter Nachbarschaft die Zeche Sophia-Jacoba eröffnet und brauchte für die vielen Bergleute Wohnungen sowie Geschäfte zur Versorgung der Bewohner. Vermutlich kam Heinrich Herzogenrath auch erst zu diesem Zeitpunkt nach Hückelhoven.

Zur selben Zeit gab es in Köln einen Namensvetter, der mit Nähmaschinen und Motorrädern handelte. Ab Mitte der 20er Jahren war er unter dem Namen Harry Herzogenrath ein erfolgreicher Motorrad-Rennfahrer, der u.a. Deutscher Meister im damals populären Motorrad-Bahnfahren war (nicht zu verwechseln mit dem heutigen Speedway). Dabei raste man mit Motorrädern über Radrennbahnen, was mit einem sehr hohen Verletzungsrisiko verbunden war. Wahrscheinlich sind beide Personen aber nicht identisch.

Der Hückelhovener Herzogenrath verstarb etwa in den 1950er Jahren, worauf seine Frau den Laden weiterführte. Spätestens 1970 hatte man den Standort in der Bergarbeitersiedlung verlassen und war ins Stadtzentrum von Hückelhoven umgezogen. In den 80er Jahren übernahm die Tochter das Geschäft, bis es 1992 nach etwa 70 Jahren geschlossen wurde.

Auf dem mindestens 55 Jahre alten Firmenschild vom ersten Standort gibt es mehrere Schichten, wobei der in Fraktur-Schrift gehaltene Name oben liegt. Darunter sind ältere Buchstaben zu erahnen, aber leider nicht mehr zu entziffern, jedoch ist teilweise noch das angebotene Warensortiment lesbar.

Vielen Dank an Dave W. für den Hinweis! Fotografiert im April 2025.
Quellen: Adressbuch Kreis Erkelenz, Heinsberger Volkszeitung, Handelsregister.
Laden- / Firmenschild

Drogerie Hans Bach / Leihbuchhandlung in Düsseldorf

Posted on 19. Januar 2025 By Marc Keine Kommentare zu Drogerie Hans Bach / Leihbuchhandlung in Düsseldorf
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Hier haben zwei schöne Ladenschilder aus Glas die Zeit überdauert, die intensiv den Stil der 1950er Jahre ausatmen. Während das Schild der Leihbücherei betont sachlich ist, ist das Schild der Drogerie aufwändig gestaltet und wirbt für Klosterfrau Melissengeist sowie Klosterfrau Aktiv-Puder. Hier hat jemand gut auf die Ladenschilder Acht gegeben und sie trotz mehrerer Sprünge sorgsam seit bald 70 Jahren bewahrt. Auch das findet man heutzutage nur noch sehr selten, oft wurden die aufwändigen und teuren Aufdrucke nach Inhaberwechsel entfernt bzw. durch günstige Alternativen ersetzt, sofern sie im Laufe der Zeit nicht zerbrachen oder die Läden dem Zeitgeschmack angepasst wurden.

Schon seit den 1930er Jahren befand sich in dem Gebäude eine Drogerie. Hans Bach übernahm sie etwa 1958 und verkaufte sie Anfang der 1970er Jahre weiter. Heute befindet sich dort ein Modegeschäft.
Die Leihbuchhandlung gründete Wolfgang Lauke etwa 1955. Leihbuchhandlungen waren damals nicht neu und deckten überwiegend den Bedarf an Unterhaltungsliteratur gegen eine Leihgebühr. Im Unterschied dazu sahen Öffentliche Bibliotheken bei sich eher einen Bildungsauftrag und verliehen die Bestände oft kostenlos. Die Leihbuchhandlung bestand bis Ende der 50er Jahre, als sich auch bundesweit die Zahl dieser Geschäfte deutlich reduzierte.
Weitere Spuren wie z.B. Zeitungsanzeigen oder Werbung ließen sich nicht finden, vermutlich richtete man sich eher an die nahe Umgebung und Laufkundschaft.

Fotografiert im September 2024.
Quellen: Adressbuch Düsseldorf.

Laden- / Firmenschild

Bahnhofsgaststätte in Gelsenkirchen

Posted on 16. November 2024 By Marc 3 Kommentare zu Bahnhofsgaststätte in Gelsenkirchen

Ein schönes altes Motiv, das sich beim Vorbeifahren praktisch vor die Kamera drängte. Die Gaststätte befindet sich in der Nähe des heutigen Bahnhofs Gelsenkirchen-Buer Süd und blickt auf eine lange Geschichte zurück. Sie wurde zusammen mit dem Bahnhof im Jahr 1880 in Betrieb genommen. Die Inschrift Gast Wirthschaft zum Bahnhof entspricht den bis 1901 gültigen Rechtschreibregeln, sowas sieht man heuzutage nicht mehr oft.

Das Gebäude gehörte der Reichsbahn (später der Bundesbahn), der erste Pächter war die aus dem Sauerland stammende Familie Gerke. 1902 übernahm der 22jährige Josef Gerke die Pacht und war dabei anscheinend sehr erfolgreich, obwohl es in der näheren Umgebung an Gaststätten nicht mangelte. Außerdem lagen Bahnhof und Kneipe damals etwas außerhalb und die Wohnbebauung kam nur langsam näher, sodass sich die Kundschaft Anfangs wohl überwiegend aus Pendlern und Arbeitern zusammensetzte. Gerke gehörte zahlreichen Vereinen und Verbänden an und erreichte mit der Zeit eine gewisse soziale Stellung, so war er z.B. Mitglied des katholischen Kirchenvorstands, Fest-Wirt des lokalen Schützenfestes und jemand der anscheinend gewohnt war, anzupacken:
Im Jahr 1907 brach jemand mittels Dietrich in die Gastwirtschaft ein und stahl Geld und Zigarren. Gerke ging davon aus, dass die Person es erneut probieren würde, legte sich auf die Lauer und erwischte den Dieb auf frischer Tat. Dieser konnte flüchten, wurde von Gerke aber nach wenigen Metern eingeholt, worauf sich ein Kampf entwickele, bei dem der Dieb mit einem Brecheisen zuschlug und Gerke würgte, aber letztendlich gefasst wurde. Damit hatte er einen mehrfach vorbestraften und gerade erst aus dem Gefängnis entlassenen Verbrecher dingfest gemacht.
Im 1. Weltkrieg diente er sich zum Sergeanten hoch und wurde mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. In den wirtschaftlich schwierigen 20er Jahren bot er in der Gaststätte Weihnachtsbäume zum Verkauf an, die er sich direkt zum nahen Bahnhof hatte liefern lassen. Im Fußball war er auch aktiv und soll ein bekannter Trainer gewesen sein, auch wenn sich hierzu keine weiteren Angaben finden lassen, jedenfalls konnte man bei ihm direkt auch Sportwetten abschließen. 1940 feierte er mit seinem 60. Geburtstag auch die 60 jährige Pacht des Gasthauses durch seine Familie.

Als Josef Gerke 1946 verstarb, führte die Familie das Gasthaus anscheinend nicht weiter. Danach führte Jutta Stammel die Gaststätte etwa 20 Jahre lang, bis sie ungefähr Anfang der 70er Jahre von Hermann Beus übernommen wurde. In den 80er Jahren führte sie Ewald Beus, der dem Lokal den Namen Bahnhofs-Bistro gab, unter diesem Namen war es bis etwa in die 2010er Jahre bekannt. Auch heute, nach bald 145 Jahren, wird die Gaststätte noch bewirtschaftet und heißt inzwischen Cliff’s Restaurant, Bar & Biergarten.

Fotografiert im Januar 2023.
Quellen: Adressbuch Gelsenkirchen, Buersche Zeitung, Gelsenkirchener Allgemeine Zeitung, Gelsenkirchener Zeitung, Vestische Neueste Nachrichten, Gelsenkirchener Geschichten.

Laden- / Firmenschild

Schlachterei Wilhelm Allruth in Delligsen

Posted on 12. Oktober 2024 By Marc Keine Kommentare zu Schlachterei Wilhelm Allruth in Delligsen

Delligsen ist ein hübscher Ort in Niedersachsen zwischen Alfeld und Einbeck. Die Aufschrift am Haus stammt noch aus den Zeiten, wo quasi jedes Dorf eigene Metzger, Bäcker und Kaufmannsläden hatte. Mit dem Schließen dieser Geschäfte verschwanden auch die Ladenschilder, deswegen ist das heutzutage ein rarer Fund.

Die Familie Allruth war in Delligsen über mehrere Generationen als Metzger bzw. Schlachter tätig. Der erste, der sich finden ließ, war um etwa 1900 der Hausschlachter August Allruth. Um 1915 hatte Wilhelm Allruth das Geschäft übernommen und führte es bis zu Beginn der 1930er Jahre. Dabei ereignete sich im Mai 1929 ein Unglück:
In der benachbarten Scheune des Schuhmachers und Landwirts Binnewies brach nachts ein Feuer aus, es zerstörte die Scheune und fackelte den Dachstuhl seines Wohnhauses ab. Es sprang aber auch auf das Wohn- und Geschäftshaus von Wilhelm Allruth über und zerstörte es vollständig. Zwar konnte Allruth das Mobiliar zum großen Teil retten, aber das Geschäft war abgebrannt. In der Folge dürfte es schnell wieder aufgebaut worden sein und aus dieser Zeit stammt wohl auch die Aufschrift an der Wald. Auch die Ziegelfarbe und Bauart des Gebäudes verraten, dass es nicht aus der gleichen Zeit wie die anderen Häuser der Straße stammt, die durchweg als Fachwerkhaus oder in rotem Ziegel ausgeführt sind.

Etwa Mitte der 1930er Jahre wird Wilhelm Allruth als sogenannter Altenteiler genannt, das heißt, er hatte das Geschäft an jemand anderen übergeben und erhielt dafür Zahlungen oder Deputate. Zu diesem Zeitpunkt führte Rudolf Beckmann die Schlachterei. Spätestens nach dem Krieg hatten die Allruths das Geschäft wieder übernommen, hier wird erneut ein Wilhelm Allruth als Schlachter genannt. Rudolf Beckmann hatte zu diesem Zeitpunkt ein paar Straßen weiter eine eigene Schlachterei. In den 60er Jahren führte Ludwig Allruth das Handwerk als Hausschlachter fort, aber nicht mehr an der bisherigen Adresse.

Fotografiert im März 2023.
Quellen: Adressbuch Kreis Alfeld, Adressbuch Kreis Gandersheim, Herforder Kreisblatt.

Laden- / Firmenschild

Anton Brecklinghaus in Essen

Posted on 1. September 2024 By Marc Keine Kommentare zu Anton Brecklinghaus in Essen

Ein schöner Zufallsfund an einem Abbruchhaus in Essen, kurz nachdem die Firmeninschrift durch Abriss eines Gebäudeteils freigelegt wurde. Sie stammt aus den 1930er oder 40er Jahren, wobei sich darunter sogar noch die Inschrift des Vorgängerunternehmens erkennen lässt.

Den Ursprung hatte das Unternehmen ungefähr im Jahr 1875, als es der Zimmerer- und Maurermeister Johann Brecklinghaus in Stoppenberg (heute Stadtteil von Essen) gründete. Er führte das Unternehmen bis zum 61. Lebensjahr, als es seine Söhne Anton und Johann im Jahr 1911 unter dem Namen Gebr. Brecklinghaus Hoch- und Tiefbaugeschäft übernahmen. Zu dem Zeitpunkt hatte es sich längst einen Namen gemacht und war z. B. an der Erweiterung des St. Vincenz-Krankenhauses und dem lokalen Wohnungsbau beteiligt. Dabei traten die Brüder auch als Vermieter auf.
1936 verstarb Johann mit 53 Jahren, worauf Anton das Unternehmen wohl alleine weiterführte als Anton Brecklinghaus Hoch- und Tiefbau-Geschäft. Johanns Sohn Johann(es) bestand 1940 die Meisterprüfung als Maurer, führte aber ein eigenes Bauunternehmen und war nach dem Krieg als Maurermeister tätig. Antons Firma überstand den Krieg und ging nach seinem Tod im Jahr 1952 an seinen gleichnamigen Sohn, ab den 60er Jahren unter dem Namen Anton Brecklinghaus Hoch-, Tief- und Betonbau. Nach seinem Tod hinterließ er das Unternehmen 1972 seiner Frau, 1986 wurde es nach über 110 Jahren Familiengeschichte geschlossen.

Fotografiert im Januar 2023.
Quellen: Adressbuch Essen, Adressbuch Stoppenberg, Essener Allgemeine-Zeitung, Essener Anzeiger, Essener General-Anzeiger, Essener Volks-Zeitung, Volkswacht, Handelsregister, findagrave.com.

Laden- / Firmenschild

Tubbesing in Wuppertal

Posted on 28. Juli 2024 By Marc Keine Kommentare zu Tubbesing in Wuppertal

Im Umfeld des Bahnhofs Unterbarmen in Wuppertal hängt etwas versteckt und verloren ein altes Firmenschild. Es besteht aus dicken Holzbohlen, auf die mit weißer Farbe der Firmenname gepinselt ist. Wie so oft steckt auch hier hinter einem unscheinbaren Namen ein einst erfolgreiches Unternehmen.
Die Firma Eduard H. Tubbesing wurde im Mai 1916 vom Kaufmann Eduard Heinrich Tubbesing in der damaligen Stadt Barmen (heute Stadtteil von Wuppertal) gegründet. Dabei handelte es sich um eine Nährmittelfabrik, die Speisepulver (z.B. Backpulver, Puddingpulver), Vanillinzucker sowie pharmazeutische Präparate und diätetische Nahrungsmittel produzierte. Mitten im 1. Weltkrieg, wo Rohstoffe und Nahrungsmittel streng rationiert waren und Deutschland von ausländischen Importen angeschnitten war, dürfte das nicht ganz einfach gewesen sein. Hierbei stellte man mit zunehmender Zeit Ersatzprodukte her, wie z.B. Kunsthonigpulver, immerhin verkaufte man die Produkte landesweit. Dennoch muss das Unternehmen recht erfolgreich gewesen sein, wohnte der Inhaber mit seiner Familie doch in der vornehmen Marienstraße und konnte sich ein Hausmädchen leisten.

Das Unternehmen hatte allerdings ältere Wurzeln und wurde um 1890 von Heinrich Lappe jun. unter dessen Namen gegründet. Es hatte seinen Sitz dabei auf der Oberdörner Straße und war eine sogenannte Drogen- und Farbengroßhandlung, die gewöhnlich Lebensmittel, Kolonialwaren, Bonbons, Essenzen, Tinkturen, Öle, Farben, Haushaltswaren usw. verkauften. Die Bezeichnung Drogerie bürgerte sich erst später für derartige Geschäfte ein.
1901 übernahmen es die Kaufleute Georg Sommerkamp und Ernst Stolte, die das Unternehmen in Sommerkamp & Stolte umbenannten. Schnell errichteten sie in Gelsenkirchen auf der Bochumer Straße eine Filiale und verlegten die Zentrale später auf die Auerstraße. 1911 schied Stolte aus und Tubbesing trat ein, worauf das Unternehmen Sommerkamp & Tubbesing hieß. 1914 verursachte ein Firmen-PKW einen Unfall, als er wohl durch zu hohe Geschwindigkeit in ein Schaufenster fuhr und 2 umstehende Personen schwer verletzte. 1915 erhielt Tubbesings Frau Rosa Prokura, was darauf hindeutet, dass er spätestens zu diesem Zeitpunkt eine Majorität im Unternehmen hatte und es wohl den Grundstock seiner 1916 gegründeten Firma bildete.

In den 20er Jahren übernahm Heinz Tubbesing die Geschäftsleitung. Das Unternehmen existierte mindestens noch in den 70er Jahren, wobei es sich ab den 60er Jahren auf Bäckereibedarf spezialisierte.

Fotografiert im Dezember 2022.
Quellen: Reichsanzeiger, Adressbuch Barmen, Adressbuch Wuppertal, Emscher Zeitung, Hagener Zeitung, Gelsenkirchener Zeitung, Karlsruher Zeitung.

Laden- / Firmenschild

Lebensmittel & Molkerei Gündling in Bad Kissingen

Posted on 15. April 2024 By Marc Keine Kommentare zu Lebensmittel & Molkerei Gündling in Bad Kissingen

Wer sich die Szene ansehen möchte, muss sich beeilen, denn die Häuserecke auf der Weidgasse soll in Kürze abgerissen werden, um einem modernen Wohn- und Geschäftshaus Platz zu machen. Die ehemalige Lebensmittel- und Milchhandlung Gündling befand sich am Rande der Kissinger Altstadt. Gegründet wurde sie vor dem Jahr 1934 von Anton Gündling und bestand bis zum Februar 1988. Neben den Aufschriften an den Gebäuden haben sich am Tor auch die Initialen des Gründers erhalten. Das alles lässt durchaus auf ein größeres und erfolgreiches Geschäft schließen. Anscheinend fand sich aber kein Nachfolger bzw. kein nachhaltiges Nutzungskonzept, sodass die Häuser lange leer standen und verfielen.

Vielen Dank an Sandra L. für die schönen Fotos! Fotografiert im April 2024.
Quellen: Reichstelefonbuch, Reichsanzeiger, Handelsregister, inFranken.de, Main Post.

Laden- / Firmenschild

Baumschule H. Bendmann in Duisburg

Posted on 20. März 2024 By Marc 1 Kommentar zu Baumschule H. Bendmann in Duisburg

Etwas abseits in Duisburg-Rheinhausen steht am Straßenrand ein hübsches Schild der ehemaligen Baumschule Bendmann. Erste Werbeanzeigen, des damals noch Plantage Bendmann genannten Betriebs, lassen sich zu Beginn der 1920er Jahre finden. Vermutlich entstand der Betrieb aus dem schon viele Jahre zuvor bestehenden Hof des zusätzlich als Gastwirt tätigen Wilhelm Bendmann, der landwirtschaftliche Produkte, Saatgut usw. verkaufte. Das Schild dürfte etwa aus den 1960er Jahren stammen.
Das Schild Einfahrt täuscht, das ehemalige Areal der Baumschule ist heute Privatgelände und soll (teilweise) überbaut werden.

Fotografiert im Juli 2023.

Laden- / Firmenschild

Gebrüder Tapken in Düsseldorf

Posted on 30. Dezember 2022 By Marc Keine Kommentare zu Gebrüder Tapken in Düsseldorf

An das Geschäft der Gebrüder Tapken bzw. Gebr. Tapken erinnert heute bis auf eine alte und schöne, aber unscheinbare Neonreklame für Tapeten und Farben nichts mehr. Dabei verbirgt sich hinter dem Namen eine interessante und fast 200 Jahre zurückreichende Unternehmergeschichte.

Gerhard Tapken gründete 1828 in Düsseldorf-Bilk die Farben- und Materialwarenhandlung Gerhard Tapken, damals eine gängige Mischung aus Lebensmittelhandlung und Drogerie mit Dingen des täglichen Bedarfs, Ölen, Farben, exotischen Waren usw. Nach Zwischenstation in der damaligen Bolkerstr. 447 (heute Nr. 59 und als Heinrich Heines Geburtshaus bekannt) siedelte sie sich später am Carlsplatz 17 an. In den 1860er Jahren übernahm Gerhard Junior das Geschäft und nannte es in Gerhard Tapken Sohn um, verstarb aber Anfang der 1870er Jahre. Seine Witwe führte das Geschäft fort und verkaufte es Anfang 1872 unter Beibehaltung von Name und Anschrift.
Wenige Wochen danach gründete dessen Bruder Alfred mit Eduard van Calker die Droguerie, Farb- und Materialwaarenhandlung A. Tapken & van Calker am Carlsplatz 22. Van Calker war Jahre zuvor in Elberfeld (heute Wuppertal) schon eine Zeitlang Teilhaber der 1859 mit Louis Tapken gegründeten Colonial-, Farb- und Materialwaarenhandlung L. Tapken & van Calker gewesen. Sie bestand später als Louis Takpen bis Ende der 1960er Jahre fort.

Somit gab es am Carlsplatz, quasi Tür an Tür, 2 Geschäfte des Namens Tapken mit ähnlichem Sortiment. Van Calker schied 1874 aus, dafür stieg Alfreds Bruder Friedrich ein, 1876 nannten Sie das Unternehmen in Gebr. Tapken um. Alfred verließ es wenig später und ging 1878 mit der neuen Firma Alfred Tapken wieder in die Branche zurück, womit es in Düsseldorf nun 3 Tapken-Materialwarenhandlungen mit unterschiedlichen Eigentümern gab, bzw. mit dem nahen Elberfeld sogar 4.
Alfreds Unternehmen wurde später verkauft, bestand aber trotz einiger Krisen und Umzügen noch bis Ende der 1980er Jahre als Alfred Tapken Nachfolger und wurde etwas mehr als 100 Jahre alt.
Gerhard Tapken Sohn überstand in den 1930ern eine Insolvenz, verließ den Carlsplatz nach dem Krieg und konzentrierte sich auf Farben, Lacke und Tapeten. Es war das älteste Geschäft in der Altstadt, nach mehreren Eigentümerwechseln schloss das Unternehmen 2015 nach 187 Jahren endgültig.

Auch das bei Friedrich verbliebene Geschäft Gebr. Tapken, zu dem das obige Foto gehört, bekam später neue Eigentümer. In den 1930er Jahren überstand es erfolgreich eine Insolvenz und ging in den 1940er/50er Jahren vom Carlsplatz nach Bilk, von wo Gerhard Tapken Senior einst weggezogen war. Aus dieser Zeit dürfte auch die Neonreklame stammen, die auf den neuen Geschäftszweck mit Farben und Tapeten hinwies. 2011 schloss das Unternehmen nach fast 140 Jahren.
In den 1990ern entstand in Dortmund ein weiteres Farbengeschäft namens Gebrüder Tapken (in Lizenz oder als Franchise?), das aber vermutlich nicht mehr existiert.

Fotografiert im November 2022.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Adressbuch Düsseldorf, Düsseldorfer Volksblatt, Adressbuch Elberfeld.

Laden- / Firmenschild, Neonreklame

Richard Liebenau in Düsseldorf

Posted on 23. Dezember 2022 By Marc Keine Kommentare zu Richard Liebenau in Düsseldorf

Richard Liebenau war ein Druckereibetrieb und Etikettenhersteller, dessen Ursprünge in die 1940er Jahre zurückreichen. Der Kaufmann Richard Liebenau gründete 1942 das nach ihm benannte Unternehmen und betrieb es bis Mitte der 80er Jahre. Unter anderen Geschäftsführern bestand die Druckerei noch bis 2010 fort, dann wurde sie nach fast 70 Jahren geschlossen. Immerhin gibt es aber noch eine alte Webseite des letzten Betreibers, die den schönen Schriftzug und das schon in den 50er Jahren verwendete Logo zeigt. Das Firmenschild dürfte spätestens aus den 70er oder 80er Jahren stammen.

Vielen Dank an Bianca G. für das schöne Foto! Fotografiert im Dezember 2022.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Adressbuch Düsseldorf.

Laden- / Firmenschild

Franz Reinhart in Neuss

Posted on 17. Dezember 2022 By Marc 2 Kommentare zu Franz Reinhart in Neuss

Fährt man am Neusser Hafen entlang, fällt eine alte Lagerhalle aus Holz mit der verblichenen Aufschrift Franz Reinhart auf. Wozu die sie einst diente, ist heute auf den ersten Blick nicht mehr ersichtlich, dabei wurde das Unternehmen vor über 100 Jahren gegründet und war einst durchaus von wirtschaftlicher Bedeutung.

Der Kaufmann Franz Reinhart gründete 1919 im Hafen Neuss ein nach ihm benanntes Einzelunternehmen, das vermutlich schon damals eine Holzhandlung war. 1923 wurde es in eine Aktiengesellschaft namens Franz Reinhart Holzgroßhandlung AG umgewandelt. Reinhart übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrats, während Hermann Müller und Franz Hüster (ihm folgte und Ferdinand Peter) den Vorstand bildeten. Das Unternehmen kam gut durch die schwierigen 20er Jahre mit jährlichen Umsätzen von ca. 200.000 Reichsmark (ca. 1 Mio. Euro) und Gewinnen von ca. 20.000 RM p.a., die sich während der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er Jahre bei sinkenden Umsätzen jedoch in Verluste drehten. Schwierig war wohl auch das Jahr 1929 durch einen 7-wöchigen Sympathiestreik der Arbeiter samt Aussperrungen durch die Firma. Das Unternehmen beteiligte sich an anderen Holzhändlern und hatte eine Tochtergesellschaft in München.
1930 kaufte Franz Reinhart das Unternehmen zurück und wandelte es wieder in eine Einzelgesellschaft um. Wenig später übernahm Franz Reinhart Junior das Unternehmen, bis es in den 70er Jahren an Josef Zehner verpachtet wurde. Die Firma bestand vermutlich bis Ende der 90er Jahre, das Firmengelände wurde in den 2000er Jahren von der benachbarten Ölmühle Sels erworben. Bürogebäude usw. stehen nicht mehr, heute ist die ehemalige Lagerhalle für Holz das letzte Überbleibsel.

Fotografiert im Oktober 2022.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Rhein- und Ruhrzeitung.

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Dampf-Wasch- und Plätt-Anstalt in Wismar

Posted on 15. November 2022 By Marc Keine Kommentare zu Dampf-Wasch- und Plätt-Anstalt in Wismar

Die Dampf-Wasch- und Plätt-Anstalt am St.-Marien-Kirchhof in Wismar war eine Wäscherei mit Bügelservice (plätten ist ein älteres Wort für bügeln), die dem Namen nach mit einer Dampfmaschine betrieben wurde. Der Kaufmann Wilhelm Gerlitzky gründete das Unternehmen im Jahr 1905 und kaufte das Gebäude vermutlich im selben Jahr, davor gab es dort vermutlich keine geschäftliche Nutzung. Die Wäscherei blieb bis 1913 oder 1914 und zog dann in die Mecklenburger Straße um. Das Unternehmen existierte am neuen Standort bis zum Anfang der 20er Jahre, möglicherweise überlebte es die Wirtschaftskrise und Hyperinflation von 1923/24 nicht.
Das Gebäude stand zunächst wohl leer, bis es Gustav Heitmann, Inhaber einer Papiergroßhandlung und Buchdruckerei, etwa 1917 kaufte. Kurz danach mietete sich der Schneider Gottlieb Salomon ein und nutzte die Räumlichkeiten vermutlich auch beruflich. Mitte der 30er Jahre wechselte mit Erich Schmidt erneut der Eigentümer, der dort bis weit in die Nachkriegszeit die Wasch- und Plätt-Anstalt „Phönix“ betrieb. Weiteres ist momentan noch unbekannt. Das Gebäude ist übrigens nicht als Denkmal klassifiziert, anders als sein heruntergekommener Nachbar (das graue Eckhaus auf dem unteren Foto).

Vielen Dank an Sandra L. für das schöne Foto! Fotografiert im November 2022.
Quelle: Adressbuch Wismar, Denkmalliste Wismar.

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La Prévoyance Sociale in Brüssel

Posted on 11. November 2022 By Marc Keine Kommentare zu La Prévoyance Sociale in Brüssel

Das schöne Gebäude im Jugendstil wurde 1912 errichtet und später mehrfach umgebaut bzw. erweitert. Erbauer war die belgische genossenschaftliche Versicherungsgesellschaft Société coopérative d’Assurances La Prévoyance Sociale, die das Gebäude bis 1957 nutzte.

Weiterführende Informationen zum Gebäude hat heritage.brussels.

Fotografiert im April 2017.

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Verkaufsanstalt IV der Gutehoffnungshütte in Oberhausen

Posted on 26. Oktober 2022 By Marc Keine Kommentare zu Verkaufsanstalt IV der Gutehoffnungshütte in Oberhausen
Verkaufsanstalt, Gutehoffnungshütte, Ladenschild, Oberhausen, Einzelhandel

Die Gutehoffnungshütte (GHH) in Oberhausen betrieb mehrere Zechen und verarbeitete die geförderten Erze weiter, später kam der Maschinenbau hinzu. Sie richtete über die Jahre zahlreiche Verkaufsanstalten zur preiswerten Versorgung der Arbeiter und ihrer Familien mit Lebensmitteln in.
Die Verkaufsanstalt IV wurde 1910 als Teil der Werkssiedlung Vondern erbaut und stellte den Betrieb vermutlich in den 60er/70er Jahren ein, als die Unternehmen der Montanindustrie im Ruhrgebiet nach und nach geschlossen wurden. Die Beschriftung bzw. Inschrift ist nicht aufgemalt, sondern erhaben dargestellt, was darauf schließen lässt, dass man von vorne herein mit einer langen Nutzung rechnete. Vor dem Schriftzug sind Schlägel und Eisen als Symbol für den Bergbau abgebildet, dahinter die verschlungenen Buchstaben GHH.

Weiterführende Informationen bieten die interessanten Aufsätze vom Osterfelder Bürgerring und von Alfred und Ulrich Lindemann (PDF).

Fotografiert im Februar 2021.

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