
Wer weiß heute noch, was ein Farbband ist, bzw. wann hat man zuletzt an einer Schreibmaschine gesessen? Die Produkte des ehemaligen Unternehmens wirken heute völlig aus der Zeit gefallen.
Alpad ist ein Akronym von Albert Padberg, der 1907 in Elberfeld (heute Wuppertal) im Alter von 34 Jahren unter seinem Namen ein Unternehmen für Farbbänder gründete. Die Produkte kamen unter dem Namen Alpad auf den Markt.
Farbbänder waren mit Farbe getränkte Textilbänder, die in eine Schreibmaschine eingesetzt wurden und beim Anschlag durch die Schreibmaschinentype den jeweiligen Abdruck aufs Papier brachten. Diese Technik war noch bis etwa Anfang der 2000er Jahre weitverbreitet und ist heute durch Computer und Drucker verdrängt worden.
Albert Padberg war bei der Gründung seines Unternehmens nicht gänzlich unerfahren auf dem Gebiet, hatte er doch schon im Jahr 1900 ein Patent angemeldet, für die Herstellung von Band aus beliebig dünnem Faserstoff. Zu dem Zeitpunkt betrieb er auf der Ronsdorfer Str. 71 eine sogenannte Agentur und Kommission. 1908 wurde Alpad als Marke eingetragen, das Unternehmen stellte neben Farbbändern auch Kohlepapier und Glühstrümpfe her. Glühstümpfe waren ein Spezial-Gewebe und kamen in Gaslampen zum Einsatz. Daneben vertrieb er in den ersten Jahren auch Schreibmaschinen und Glashütten-Produkte.
Das Unternehmen befand sich zunächst in Elberfeld auf der damaligen Berliner Str. (heute Hofkamp) und zog 1929 nach Elberfeld-West. Das auch auf dem Foto zu sehende Geschäftshaus hatte Albert Padberg 1929 erbauen lassen, gerade noch vor der beginnenden Weltwirtschaftskrise. Privat bewohnte er mit seiner Familie seit 1919 eine Villa auf der Von-der-Goltz-Straße. Der 3-köpfige Haushalt verfügte über 2 Angestellte.
1932 erhielt eine Mitarbeiterin der ersten Stunde, Fräulein (!) Auguste Schickerling ein Ehrendiplom der Industrie- und Handelskammer Wuppertal für 25 jährige Tätigkeit im Unternehmen. Nach dem Krieg firmierte das Unternehmen als Spezial-Farbbandfabrik. Anfang der 50er Jahre zog sich Albert Padberg mit fast 80 Jahren aus dem Unternehmen zurück, es blieb bis zum Schluss in der Familie und ging im Jahr 2000, kurz vor dem 100. Bestehen, in die Insolvenz. 1999 war an derselben Adresse die Alpad Vertriebs GmbH gegründet worden, die Farbbänder, Toner usw. vertrieb. Ob es hier eine personelle Überschneidung bzw. rechtliche Nachfolge mit der Albert Padberg GmbH gab, ist aber noch unklar. Das neue Unternehmen wurde 2018 geschlossen, Produkte mit dem Namen Alpad werden seitdem von der Wuppertaler Firma Compatech vertrieben. Auch wenn es das ursprüngliche Unternehmen nicht mehr gibt, besteht der Markenname bald seit 110 Jahren, woran die Neonreklame aus den 50er/60er Jahren noch immer erinnert.
Fotografiert im August 2024.
Quellen: Bonner Volkszeitung, Morgen-Zeitung, Reichsanzeiger, Handelsregister, Adressbuch Elberfeld, Landesarchiv NRW (NW 1022-P, Nr. 30324), Webseite der Firma Compatech.
Weiterführende Links:
Alpad-Produkte beim Farbbandwiki







Es gibt doch immer noch Überraschungen, wenn man durch Düsseldorf läuft, wie diese alte Neonreklame aus den 1950er Jahren. Etwas versteckt liegend, zierte sie wohl mal eine Kneipe. Die drei Biermarken wurden einst von der Hirschbrauerei produziert, die bis etwa Ende der 1960er Jahre eine der großen Düsseldorfer Brauereien war. Aber auch von ihr ist nichts geblieben und selbst ältere Düsseldorfer können sich kaum noch an sie und ihre Marken erinnern. Das 1897 gegründete Unternehmen wechselte ab den 70er Jahren mehrfach den Besitzer und stelle den eigenen Braubetrieb ein, bestand aber noch bis zur Verschmelzung auf die Muttergesellschaft im Jahr 2005.






Ein zunächst etwas verwirrender Fall, denn die jahrzehntelang parallel existierenden Wuppertaler Unternehmen Peter Holzrichter & Co. und Peter Holzrichter GmbH haben praktisch nichts miteinander zu tun.











Die Neonreklame von Küpper Schuhe leuchtet schon lange nicht mehr und erinnert an das ehemalige Schuhgeschäft Küpper in Düsseldorf-Rath. Es befand sich unmittelbar am dortigen (S-)Bahnhof und hatte wohl nichts mit gleichnamigen Läden in Düsseldorf zu tun, wie z.B. dem orthopädischen Schuhgeschäft Küpper (1899-2015) in der Stadtmitte.



