Wilhelm Cooberg in Duisburg

Wilh. Cooberg war eine Malerfirma, die über mehrere Generationen von der Familie Cooberg in Homberg am Niederrhein (1975 nach Duisburg eingemeindet) betrieben wurde.

Das Unternehmen wurde 1857 von Johann Wilhelm Cooberg in Homberg gegründet. 1894 übernahm es sein Sohn Carl Wilhelm, der sich auch gesellschaftlich stark engagierte, z. B. als Vorsitzender der Anstreicher-Innung, im Vaterländischen Kriegerverein, im Männergesangsverein und in Festkomitees. Das lässt auf eine gewisse soziale Stellung schließen, auch konnte man sich privat ein Dienstmädchen leisten. Nach seinem Tod im Jahr 1925 ging das Unternehmen an die Söhne Heinrich (der als Innungs-Obmann folgte) und Walter unter dem Namen „Wilhelm Cooberg Nachfolger“ über. Zu diesem Zeitpunkt war es bereits das älteste Geschäft dieser Art im Ort und stellte regelmäßig Lehrlinge, Gehilfen und Gesellen ein. Nach dem Krieg wurde das Geschäft in der Familie an Wilhelm Cooberg weitergegeben. Es bestand etwa bis Ende der 60er- / Anfang der 70er-Jahre und wurde damit etwas mehr als 100 Jahre alt. Aus diesem Zeitraum dürfte auch die Fassadenwerbung mit dem Wappen bzw. Zunftzeichen der Maler stammen. Darunter ist sogar noch eine ältere Werbung mit dem Namen des Vorgängers Walter Cooberg zu erkennen. 02136 ist die ehemalige Vorwahl von Homberg.

Fotografiert im Dezember 2022.
Quellen: Duisburger General-Anzeiger, Adressbuch Kreis Moers, Adressbuch Duisburg.

Gebrüder Tapken in Düsseldorf

An das Geschäft der Gebrüder Tapken bzw. Gebr. Tapken erinnert heute bis auf eine alte und schöne, aber unscheinbare Neonreklame für Tapeten und Farben nichts mehr. Dabei verbirgt sich hinter dem Namen eine interessante und fast 200 Jahre zurückreichende Unternehmergeschichte.

Gerhard Tapken gründete 1828 in Düsseldorf-Bilk die Farben- und Materialwarenhandlung Gerhard Tapken, damals eine gängige Mischung aus Lebensmittelhandlung und Drogerie mit Dingen des täglichen Bedarfs, Ölen, Farben, exotischen Waren usw. Nach einer Zwischenstation in der damaligen Bolkerstraße 447 (heute Nr. 59 und als Heinrich Heines Geburtshaus bekannt) siedelte sie sich später am Carlsplatz 17 an. In den 1860er-Jahren übernahm Gerhard Junior das Geschäft und nannte es in Gerhard Tapken Sohn um, verstarb aber Anfang der 1870er-Jahre. Seine Witwe führte das Geschäft fort und verkaufte es Anfang 1872 unter Beibehaltung von Name und Anschrift.
Wenige Wochen danach gründete dessen Bruder Alfred mit Eduard van Calker die Droguerie, Farb- und Materialwaarenhandlung A. Tapken & van Calker am Carlsplatz 22. Van Calker war Jahre zuvor in Elberfeld (heute Wuppertal) schon eine Zeitlang Teilhaber der 1859 mit Louis Tapken gegründeten Colonial-, Farb- und Materialwaarenhandlung L. Tapken & van Calker gewesen. Sie bestand später als Louis Tapken bis Ende der 1960er-Jahre fort.

Somit gab es am Carlsplatz, quasi Tür an Tür, zwei Geschäfte des Namens Tapken mit ähnlichem Sortiment. Van Calker schied 1874 aus, dafür stieg Alfreds Bruder Friedrich ein, 1876 nannten Sie das Unternehmen in Gebr. Tapken um. Alfred verließ es wenig später und ging 1878 mit der neuen Firma Alfred Tapken wieder in die Branche zurück, womit es in Düsseldorf nun drei Tapken-Materialwarenhandlungen mit unterschiedlichen Eigentümern gab, bzw. mit dem nahen Elberfeld sogar vier.
Alfreds Unternehmen wurde später verkauft, bestand aber trotz einiger Krisen und Umzügen noch bis Ende der 1980er-Jahre als Alfred Tapken Nachfolger und wurde etwas mehr als 100 Jahre alt.
Gerhard Tapken Sohn überstand in den 1930ern eine Insolvenz, verließ den Carlsplatz nach dem Krieg und konzentrierte sich auf Farben, Lacke und Tapeten. Es war das älteste Geschäft in der Altstadt, nach mehreren Eigentümerwechseln schloss das Unternehmen 2015 nach 187 Jahren endgültig.

Auch das bei Friedrich verbliebene Geschäft Gebr. Tapken, zu dem das obige Foto gehört, bekam später neue Eigentümer. In den 1930er-Jahren überstand es erfolgreich eine Insolvenz und ging in den 1940er-/50er-Jahren vom Carlsplatz nach Bilk, von wo Gerhard Tapken Senior einst weggezogen war. Aus dieser Zeit dürfte auch die Neonreklame stammen, die auf den neuen Geschäftszweck mit Farben und Tapeten hinwies. 2011 schloss das Unternehmen nach fast 140 Jahren.
In den 1990ern entstand in Dortmund ein weiteres Farbengeschäft namens Gebrüder Tapken (in Lizenz oder als Franchise?), das aber vermutlich nicht mehr existiert.

Fotografiert im November 2022.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Adressbuch Düsseldorf, Düsseldorfer Volksblatt, Adressbuch Elberfeld.

Richard Liebenau in Düsseldorf

„Richard Liebenau“ war ein Druckereibetrieb und Etikettenhersteller, dessen Ursprünge in die 1940er-Jahre zurückreichen. Der Kaufmann Richard Liebenau gründete 1942 das nach ihm benannte Unternehmen und betrieb es bis Mitte der 80er-Jahre. Unter anderen Geschäftsführern bestand die Druckerei noch bis 2010 fort, ehe sie nach fast 70 Jahren geschlossen wurde. Immerhin gibt es aber noch eine alte Webseitelink des letzten Betreibers, die den schönen Schriftzug und das schon in den 50er-Jahren verwendete Logo zeigt. Das Firmenschild stammt schätzungsweise aus den 70er- oder 80er-Jahren.

Vielen Dank an Bianca G. für das schöne Foto! Fotografiert im Dezember 2022.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Adressbuch Düsseldorf.

Franz Reinhart in Neuss

Fährt man am Neusser Hafen entlang, fällt eine alte Lagerhalle aus Holz mit der verblichenen Aufschrift „Franz Reinhart“ auf. Wozu sie einst diente, ist heute auf den ersten Blick nicht mehr ersichtlich, dabei wurde das Unternehmen vor über 100 Jahren gegründet und war einst durchaus von wirtschaftlicher Bedeutung.

Der Kaufmann Franz Reinhart gründete 1919 im Hafen Neuss ein nach ihm benanntes Einzelunternehmen, das vermutlich schon damals eine Holzhandlung war. 1923 wurde es in eine Aktiengesellschaft namens „Franz Reinhart Holzgroßhandlung AG“ umgewandelt. Reinhart übernahm den Vorsitz des Aufsichtsrats, während Hermann Müller und Franz Hüster (ihm folgte später Ferdinand Peter) den Vorstand bildeten. Das Unternehmen kam gut durch die schwierigen 20er-Jahre mit jährlichen Umsätzen von ca. 200.000 Reichsmark (ca. 1 Million Euro) und Gewinnen von ca. 20.000 RM p.a., die sich während der Weltwirtschaftskrise Ende der 20er-Jahre bei sinkenden Umsätzen jedoch in Verluste drehten. Schwierig war wohl auch das Jahr 1929 durch einen 7-wöchigen Sympathiestreik der Arbeiter samt Aussperrungen durch die Firma. Das Unternehmen beteiligte sich an anderen Holzhändlern und hatte eine Tochtergesellschaft in München.
1930 kaufte Franz Reinhart das Unternehmen zurück und wandelte es wieder in eine Einzelgesellschaft um. Wenig später übernahm Franz Reinhart junior das Unternehmen, bis es in den 70er-Jahren an Josef Zehner verpachtet wurde. Die Firma bestand vermutlich bis Ende der 90er-Jahre, das Firmengelände wurde in den 2000er-Jahren von der benachbarten Ölmühle Sels erworben. Bürogebäude usw. stehen nicht mehr, heute ist die ehemalige Lagerhalle für Holz das letzte Überbleibsel.

Fotografiert im Oktober 2022.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Rhein- und Ruhrzeitung.

A. Kinkel / Schenker & Co. in Wuppertal

Die Transport-Kontor der Rheinisch-Westfälischen Eisen-Industrie A. Kinkel AG, Zweigniederlassung Wuppertal entstand in den 1930er-Jahren als Betriebsstätte des seit 1923 bestehenden Unternehmens mit Hauptsitz in Berlin. Geschäftszweck war die Lagerung und der Transport von Gütern, das Unternehmen hatte aber wesentlich ältere Wurzeln.
Mitte 1876 gründete August Kinkel in Hagen die Firma A. Kinkel (zuvor betrieb er von 1867-75 eine gleichnamige Firma in Dortmund), kurz danach benannte er sie in Transport-Comptoir der Rheinisch-Westfälischen Eisen-Industrie A. Kinkel um. Nach seinem Tod wenige Jahre später übernahm zunächst seine Witwe Therese die Leitung und am Beginn der 90er-Jahre (der Sohn?) Albrecht Kinkel, der die Firma mit zahlreichen Niederlassungen im Deutschen Reich vergrößerte. 1923 gründete Kinkel mit anderen Gesellschaftern die obige Aktiengesellschaft in Berlin (dabei wurde Comptoir zu Kontor), brachte das bisherige Unternehmen ein und saß bis zu seinem Tod im Jahr 1930 im Aufsichtsrat.
Eine Niederlassung in Wuppertal (Elberfeld bzw. später Barmen) gab es schon vor den 30er-Jahren, der rechtliche Status als Zweigniederlassung brachte aber erweitere Kompetenzen im weit von der Zentrale entfernten Geschäftsgebiet mit sich. 1959 wurde das Unternehmen in die Schenker & Co. GmbH integriert und hörte nach 83 Jahren auf zu bestehen.

Die Schenker & Co. GmbH, Zweigniederlassung Wuppertal bestand von den 1930er- bis in die 80er-Jahre und gehörte zur gleichnamigen Berliner Gesellschaft, welche sich auf das von Gottfried Schenker in den 1870er-Jahren gegründete Unternehmen zurückführte. 1931 wurde es von der Deutschen Reichsbahn gekauft und ist heute Teil der Deutschen Bahn.

Seit Beginn der 1930er-Jahre hatten beide Zweigniederlassungen die gleiche Anschrift, zunächst nahe dem Güterbahnhof Oberbarmen, später am Güterbahnhof Unterbarmen. Das wird auch in der bündigen Wandreklame deutlich, vermutlich hatte Schenker schon damals eine wesentliche Beteiligung am Transport-Kontor.
Das Unternehmen Kinkel wurde etwa Mitte der 1950er-Jahre in eine GmbH umgewandelt, während die Werbung noch von der AG spricht. Damit lässt sich die Entstehung auf den Zeitraum zwischen den 30er- und den 50er-Jahren eingrenzen, also vor über 70 Jahren.

Fotografiert im Dezember 2022.
Quellen: Reichsanzeiger, Handelsregister, Adressbuch Wuppertal.

Auto Wenzel in Düsseldorf

Die Auto Wenzel GmbH wurde 1979 gegründet und betrieb einen Autohandel mit Werkstatt für Fahrzeuge der Marke Citroën. Das Logo auf rotem Grund führte Citroën 1985 ein, aus der Zeit dürfte auch die Werbung stammen, die damit knapp 40 Jahre alt ist. Die GmbH bestand bis Mitte der 90er-Jahre, heute befindet sich am Standort eine Kfz-Werkstatt gleichen Namens.

Bei Veedol handelte es sich damals um ein bekanntes Motorenöl, das 2003 vom deutschen Markt verschwand und erst seit einigen Jahren wieder erhältlich ist.

Fotografiert im November 2022.

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Dujardin in Düsseldorf

Dujardin ist ein Weinbrand, der vom gleichnamigen Unternehmen in Krefeld produziert wird.

Die Fassadenwerbung stammt vermutlich aus den 1950er- oder 60er-Jahren. Sie dürfte die Jahrzehnte unter einer Plakatwand überdauert haben, hat aber dennoch stark gelitten. Unter dem roten Schriftzug wird der Name in weißer Schrift wiederholt, weiter unten steht auf einer geschwungenen Linie „Imperial“.

Fotografiert im November 2022.

Katzur & Faltermaier in Düsseldorf

Katzur & Faltermaier, Fassadenwerbung, Fassadenreklame, Düsseldorf, Autovermietung

Katzur & Faltermaier war eine bekannte Autovermietung in Düsseldorf, als Partner der Europa Service Autovermietung. Sie arbeitete auch als Spedition bzw. Transportlogistiker. In Erinnerung habe ich das Unternehmen aber eher als Vermieter von Transportern und Klein-LKW, die z.B. bei Umzügen im Bekanntenkreis gerne genutzt wurden. Das 1964 gegründete Unternehmen bestand bis 1995.
Obwohl die Werbung etwa 30-40 Jahre alt sein dürfte, sieht sie noch fast aus wie neu. Weitere Spuren hat das Unternehmen vermutlich nicht hinterlassen, am ursprünglichen Sitz in der Klosterstraße steht heute ein Neubau und eine andere Fassadenwerbung in der Behrenstraße ist längst übermalt (im Jahr 2008 war sie noch sichtbar)

Fotografiert im November 2022.

Verkaufsanstalt IV der Gutehoffnungshütte in Oberhausen

Verkaufsanstalt, Gutehoffnungshütte, Ladenschild, Oberhausen, Einzelhandel

Die Gutehoffnungshütte (GHH) in Oberhausen betrieb mehrere Zechen und verarbeitete die geförderten Erze weiter, später kam der Maschinenbau hinzu. Sie richtete über die Jahre zahlreiche Verkaufsanstalten zur preiswerten Versorgung der Arbeiter und ihrer Familien mit Lebensmitteln ein.
Die Verkaufsanstalt IV wurde 1910 als Teil der Werkssiedlung Vondern erbaut und stellte den Betrieb vermutlich in den 60er-/70er-Jahren ein, als die Unternehmen der Montanindustrie im Ruhrgebiet nach und nach geschlossen wurden. Die Beschriftung bzw. Inschrift ist nicht aufgemalt, sondern erhaben dargestellt, was darauf schließen lässt, dass man von vorneherein mit einer langen Nutzung rechnete. Vor dem Schriftzug sind Schlägel und Eisen als Symbol für den Bergbau abgebildet, dahinter die verschlungenen Buchstaben GHH.

Weiterführende Informationen bieten die interessanten Aufsätze vom Osterfelder Bürgerringlink und von Alfred und Ulrich Lindemann (PDF)link.

Fotografiert im Februar 2021.

Gatzweilers Alt in Düsseldorf

Gatzweilers Alt, Haus Niederrhein, König Pilsener, Fassadenwerbung, Düsseldorf, Bierwerbung
Gatzweilers Alt, Haus Niederrhein, König Pilsener, Fassadenwerbung, Düsseldorf, Bierwerbung

Gatzweilers Alt (kurz Gatz) war eine der großen Düsseldorfer Altbiermarken und auch über die Region hinaus verbreitet. In den 90er-Jahren erlebte die Brauerei der gleichnamigen Besitzerfamilie einen Umsatzrückgang und wurde an den Carlsberg-Konzern verkauft. Meiner Wahrnehmung nach war die Marke über die Jahre außerhalb von lokalen Supermärkten und Getränkeläden kaum noch zu finden. Anfang 2022 wurde sie an die Brauerei Bolten in Korschenbroich (nahe Mönchengladbach) verkauft.
Das aufgemalte Haus vor dem Schriftzug gibt es wirklich, es steht auf der Bolkerstraße 41 in der Altstadt und beherbergt die traditionsreiche Hausbrauerei Zum Schlüssel, die sich noch im Besitz der Familie Gatzweiler befindet.

Haus Niederrhein war eine Gaststätte bzw. Kneipe mit langer Tradition, die bis etwa Anfang der 2000er-Jahre existierte. König Pilsener ist eine Biermarke der König-Brauerei in Duisburg.

Weiterführende Informationen zur Marke hat die Rheinische Postlink.

Fotografiert im Oktober 2022.

Olympia Getränk in Düsseldorf

Olympia Fruchtsaftgetränk, Fassadenwerbung, Düsseldorf, Getränkewerbung, Saarfürst, Brauerei, Merzig
Olympia Fruchtsaftgetränk, Fassadenwerbung, Düsseldorf, Getränkewerbung, Saarfürst, Brauerei, Merzig

Olympia war ein Fruchtsaftgetränk der Saarfürst-Brauerei in Merzig im Saarland, das aber auch an andere Produzenten lizenziert wurde. Anscheinend gab es nur eine Sorte basierend auf Zitrusfrüchten, die unter dem Slogan Olympia – erfrischt – belebt beworben wurde. Die Produktion endete spätestens mit der Schließung der Brauerei in den 1980er-Jahren.
Vor ein paar Jahren wurde auf der rechten Seite ein Anbau errichtet, seitdem ist die Werbung etwas abgeschnitten.

Weiterführende Informationen bieten Wikipedia.delink, www.genuin.atlink und eine Bierdeckelseitelink.

Fotografiert im Oktober 2022.