Opel / General Motors in Beauvais

Das nennt man wohl Glück im Unglück. Der Halt in Beauvais diente nur zum Mittagessen, und obwohl das Restaurant in einem bekannten Bewertungsportal auffällig gute Rezensionen hatte, war das Essen leider ein Reinfall. Jedenfalls wäre ohne den enttäuschenden Restaurantbesuch die wirklich tolle Opel-Werbung unentdeckt geblieben.

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Westseite
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GM / General Motors
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Opel

Solch eine alte Opel-Werbung habe ich bisher im Heimatland des Autoherstellers und selbst in anderen Themen-Blogs noch nirgendwo entdeckt. Dabei handelt es sich um ein ovales Logo („Opel-Ei“), dessen linke Hälfte einen weißen und dessen rechte Hälfte einen gelben Hintergrund hatte. Die Version mit der Doppelumrandung wurde 1950 eingeführt, während es mit einem einfachen Rand schon seit 1937 üblich war. Das Logo kennzeichnete Werkstätten und erhielt 1970 ein anderes Aussehen. Links auf der Wand befindet sich das von General-Motors (GM hatte Opel 1929 übernommen) zwischen 1938 und 1964 verwendete Logo, heute wird es teilweise durch ein Werbeschild verdeckt. Auf einer anderen Gebäudeseite ist es aber noch zu sehen. Das grenzt den Entstehungszeitpunkt der Werbung insgesamt auf 1950-1964 ein.

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Ostseite

Die Werkstatt lag damals an einer Nationalstraße und warb mit ihrem Service an zwei Hauswänden, sodass der stadtein- und -auswärts fahrende Verkehr aufmerksam werden konnte. Beauvais liegt günstig für den Verkehr aus den Benelux-Staaten nach Paris sowie von Süddeutschland in die Normandie. Neben PKW stellte Opel bis in die 70er-Jahre auch Nutzfahrzeuge bzw. LKW her. Die Ursprünge der Werkstatt ließen sich leider nicht ergründen, aber sie entstand wohl frühestens in den 1940er-Jahren und schloss etwa 1995. Die Wände wurden zwar inzwischen überstrichen, die Logos kamen mit der Zeit jedoch wieder zum Vorschein. Vermutlich wurden sie auch lange durch Werbetafeln überdeckt und damit konserviert.

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An längst vergangene und erfolgreiche Zeiten erinnert der durchaus hochwertig gemalte Einblick in die Werkstatt mit einem Jaguar XJ, einem Peugeot 205 und einem Renault Super 5 Cabrio. Vermutlich arbeitete man spätestens seit den 80er-Jahren auch an anderen Marken.

Fotografiert im August 2025.
Quellen: Opel-Team Niedersachsenlink, 1000 Logoslink, Französisches Handelsregister.

Huiles Renault Stelcyl in Val-Suzon

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Frankreich ist ein Mekka für alte Fassadenwerbung. Erst in den 70er-Jahren wurden die Nationalstraßen zunehmend durch Autobahnen abgelöst, bis dahin fuhr man oft über die Dörfer. Dort haben sich viele Werbeflächen aus den 50er- und 60er-Jahren erhalten und in Frankreich gibt es durchaus Interesse, sie zu bewahren bzw. sogar zu renovieren. Die Werbung befindet sich in einem kleinen Straßendorf an der ehemaligen Route Nationale 71 nahe Dijon und ist in sehr gutem Zustand.

Auf der Werbung steht:
Super lubrifiant – Stelcyl – pour hauts de cylindres (Super Schmiermittel – Stelcyl – für Zylinderköpfe)
Huiles Renault (Renault Öle)
Les meilleures (Die Besten)

Stelcyl war eine wohl nur kurz von Renault genutzte Marke für Öle. Sie ist, wie die auch unter anderen Bezeichnungen angebotenen Öle des Autoherstellers, längst vom Markt verschwunden. Renault hatte schon 1911 begonnen, in einem damals noch sehr diversifizierten Markt Motoröle zu produzieren und konnte sie über das eigene Händlernetz anbieten. Leider findet man über das Thema nur sehr wenige Informationen, die Seite Losangelink bietet einen interessanten Bericht.

Fotografiert im Mai 2023.

Doppeldecker Routemaster RM 2032 (London Transport) bei Arcachon

Zugegeben, der ehemalige Doppeldecker der Londoner Verkehrsbetriebe ist kein klassisches „Ghost Sign“. Der erschreckende Zustand lässt ihn aber leider wie eines erscheinen, zudem existieren von den einst knapp 2.100 Bussen nur noch eine Handvoll. Die ehemals umtriebigen Fanseiten und die Besitzervereinigung sind inzwischen kaum noch aktiv, deswegen bekommt der Bus hier einen Auftritt, auch weil er schöne Erinnerungen an meine ersten London-Trips wachruft. Sollte sich jemand für den Bus interessieren, nenne ich auf Anfrage gerne den genauen Standort.

Der Bus mit der Nummer RM 2032 (RM = Routemaster) wurde im September 1964 an London Transport ausgeliefert und war dort bis November 1987 im Einsatz. Er hatte Platz für 64 Passagiere (36 oben und 28 unten). Danach ging er an einen britischen Händler, der ihn 1990 nach Frankreich an die Firma „Octobus“ in Paris verkaufte. Dabei verlor er auch sein britisches Kennzeichen ALM 32B. 1996 befand sich der Bus bei „Autocars Brouens“ in Villeneuve sur Lot. Dort war der Bus bis 2017 im Einsatz, wobei er aber auch die Symbole von „Arca-Tours“ trägt, einem Reiseanbieter in Arcachon und somit eventuell weitere Besitzer hatte. Von den französischen Unternehmen scheint keines mehr zu bestehen.
2017 ging der Bus jedenfalls an den Händler „Pyla Classic Cars“ in der Nähe von Arcachon, der ihn etwa 1 Jahr später an eine Bar in der Umgebung verkaufte, bei einer Preisvorstellung von 22.500 €. Davon gibt es ein Verkaufsvideolink bei YouTube.

Die Bar nutzte ihn auf dem Gelände als eine Art Foodtruck für ihre Gäste, wobei er unter freiem Himmel stand. Später stellte man den Bus vor die Tür, wo er auch heute noch ohne Verwendung steht und vergammelt. Das überrascht, weil er umgebaut wurde und unten ein größeres Fenster für die Essensausgabe bekam sowie eine Einrichtung für die Zubereitung, was alles zusammen mit dem Kaufpreis eine höhere Investition gewesen sein dürfte. Nachdem der Bus über 50 Jahre lang gepflegt wurde und 2017 noch in einem guten Zustand war, ist die Farbe inzwischen deutlich verblasst und es rostet überall.

Fotografiert im Juni 2024.
Quellen: Ian’s Bus Stoplink, Pyla Classic Cars #1link, Pyla Classic Cars #2link
Weitere Fotos: Alain Mugica’s Seite bei Flickrlink

Roemer Bier in Schlettstadt / Sélestat

Roemer bzw. Roemerbrau war eine Biermarke der französischen Brauerei Moritz aus Pfaffenhoffen im Elsass. Die Ursprünge reichen bis ins 16. Jahrhundert zum Gasthaus Römer (Brasserie du Romain) in Pfaffenhoffen zurück, aus der sich 1824 die Brauerei Moritz entwickelte. Nach einigen Besitzerwechseln wurde sie in den 1970er-Jahren geschlossen. Die Herkunftsbezeichnung „Bière d’Alsace“ entstand zu Beginn der 1960er-Jahre, somit lässt sich die Fassadenwerbung auf die 1960er-/70er-Jahre eingrenzen. Die Gründer der seit 1856 bestehenden Brauerei Moritz in Barcelona (Spanien) stammen übrigens aus der Pfaffenhoffener Familie.

Weitere Infos bietet die Bierdeckelseite Florival Sous-Bockslink.

Fotografiert im Mai 2022.

Simca in Jaulzy

Simca bzw. SIMCA war ein französischer Automobilhersteller, dessen durchaus innovative und mit internationalen Preisen ausgezeichnete Autos in den 70er- und 80er-Jahren auch in Deutschland weit verbreitet waren. Dazu gehören z. B. der Simca 1100link, Horizonlink oder der Rancholink.

Seit den 50er-Jahren übernahm der amerikanische Chrysler-Konzern zunehmend Anteile von den bisherigen Eigentümern und konnte Anfang der 60er-Jahre die Aktienmehrheit auf sich vereinen. 1978 ging Simca an Peugeot, wo man die neue Tochtergesellschaft kurz danach in Talbot umbenannte und die verbliebenen Modelle schließlich ab Mitte der 80er-Jahre mit den eigenen Modellreihen zusammenlegte, womit Simca/Talbot aufhörte zu bestehen. Der Import von Simca-Autos nach Deutschland begann etwa 1960. Selbst im Heimatland Frankreich sieht man die Wagen schon lange nicht mehr auf der Straße und aus dem Bewusstsein ist die Marke ebenfalls weitgehend verschwunden.

Da meine Eltern auch einen 1100 fuhren, ist das Fundstück eine schöne Erinnerung. Die gelbe Werbung stammt vermutlich aus den 70er-Jahren, darunter befindet sich allerdings eine noch ältere Simca-Reklame mit weißer Schrift auf blauem Hintergrund. Der kleine Anbau unterhalb der Werbung hatte ursprünglich ein Flachdach und keinen Kamin, sodass heute ein Stück verdeckt wird. Jaulzy ist ein kleines Straßendorf nordöstlich von Paris.

Weiterführende Informationen zur Marke haben Simca.chlink und Wikipedia.delink.

Fotografiert im Oktober 2021.

Bazar de Port-en-Bessin in Port-en-Bessin-Huppain

Bazar, Port en Bessin, Fassadenwerbung, Souvenirs, Einzelhandel, Ouistreham, Drehort

Bei dieser Hausfassade handelt es sich um eine kleine Hollywood-Berühmtheit. Das Gebäude steht am Hafen in Port-en-Bessin, einem hübschen Fischerort in der Normandie. Die Aufschrift „Bazar de Port-en-Bessin“ gibt es schon spätestens seit den 1930er-Jahren. Sie weist auf ein Geschäft hin, dass noch immer existiert und heute Strandsachen, Fischereibedarf sowie Souvenirs verkauft. Der ursprüngliche Ortsname ist jedoch nur schwer lesbar und wird von dem Namen „Ouistreham“ überlagert, einer ca. 40 km weiter östlich liegenden Stadt.

Ouistreham wurde am 6. Juni 1944 von den Alliierten im Rahmen der Landung in der Normandie befreit. 1961 drehte Regisseur Darryl F. Zanuck den US-Spielfilm „Der längste Tag“ über die Invasion, allerdings war der Originalschauplatz während der Gefechte zerstört und danach in anderer Form wiederaufgebaut worden. Alternativ wählte man Port-en-Bessin für die Kampfszene aus und änderte den Schriftzug am Haus zu „Bazar de Ouistreham“. Das Gebäude ist in einem Filmausschnitt auf YouTubelink ab Sekunde 55 zu sehen.

Zwar wurde später der ursprüngliche Zustand wiederhergestellt, über die Jahre trat „Ouistreham“ jedoch wieder hervor. Das ursprüngliche Aussehen zeigt ein Foto aus dem Jahr 1944 bei Wikimedia.orglink.

Fotografiert im August 2020.

Dubonnet in Dannemarie

Dubonnet, Fassadenwerbung, Dannemarie, Getränkewerbung, Likör

Dubonnet ist ein Aperitif, den Frankreichurlauber sicherlich kennen, in Deutschland ist er nicht besonders verbreitet. Er soll sogar das Lieblingsgetränk der britischen Königin Elisabeth II. gewesen sein.

Dubonnet-Werbung findet man in Frankreich noch recht häufig in vielen Landesteilen und es scheint, als ob flächendeckend im ganzen Land geworben wurde. Oft nimmt die „publicité murale“ eine Häuserwand ein, an Landstraßen sind teils ganze Bauernhöfe damit versehen. Es gibt verschiedene Varianten, hier ist der Schriftzug doppelt und überlappend dargestellt. Der blaue Hintergrund ist typisch für die Marke, trotz des weißen Flaschenetiketts. Der Schriftzug unter dem Namen blieb nur teilweise erhalten, dort steht üblicherweise: „vin tonique au quinquina“ (stärkender Wein mit Chinarinde).

Fotografiert im Juni 2022.